Diamant-Schleifscheiben sind Präzisionswerkzeuge. Damit Kanten an Feinsteinzeug perfekt werden, Naturstein sauber bricht, Estrich plan wird oder Beton zügig abgetragen ist, zählt die passende Scheibe für Material und Anwendung – sowie die korrekte Maschine und Betriebsart.
- Materialwahl
- Feinsteinzeug (Fein- und Hartkeramik): sehr dicht und hart. Setzen Sie auf feinkörnige, ruhig laufende Turbo- oder segmentierte Schleifer mit harter Bindung für kontrolliertes Abtragen und bestes Schnittbild, z. B. zum Fasen und Kantenbrechen.
- Naturstein
- Granit/Quarzit: hart und abrasiv. Robuste, gesinterte Segment- oder Turbo-Schleifer mit hoher Standzeit sind ideal für Flächen und Fasen.
- Marmor/Kalkstein: weicher, neigt zu Kantenabbrüchen. Feinkörnige, eher „schneidende“ Beläge (auch vakuumgelötet) bei moderater Zustellung für saubere, ausbrucharme Kanten.
- Estrich (Zement/Anhydrit): mittelabrasiv. Gesinterte Segment-Topfscheiben bringen Material zügig auf Plan, Turbo-Topfscheiben für den Feinabtrag.
- Beton (auch armiert): sehr hart; für Grobabtrag und Flächenschliff bewähren sich gesinterte Segment-Topfscheiben. Für präzise Kanten an Sichtbeton helfen Turbo-Schleifer mit feinerer Körnung.
- Bauarten und ihre Stärken
- Topfschleifer (Diamant-Topfscheiben/Schleifteller): die erste Wahl für Flächen, Planen, Kleber- und Spachtelreste sowie Estrich-/Betonabtrag. Große Auflage, hohe Abtragsleistung, gute Kühlung.
- Turbo-Schleifer: durch die gewellte/turbosegmentierte Geometrie laufruhig mit homogener Oberfläche. Ideal zum Fasen, Kantenbrechen und für feineren Abtrag auf dichten Fliesen.
- Segment-Schleifer: klassische segmentierte Beläge für aggressiven Materialabtrag, insbesondere bei hartem Beton/Estrich. Robust bei hohen Flächenleistungen.
- Belagstechnologien
- Vakuumgelötete Beläge: sehr scharfer, freier Diamantstand, dadurch aggressiver Biss und schnelle Ergebnisse beim Anfasen/Kantenbrechen. Vorteil: präzises, „kaltes“ Schleifen an Kanten; Nachteil: tendenziell kürzere Standzeit auf sehr harten, großen Flächen.
- Gesinterte Beläge: in der Metallbindung eingebettete Diamanten mit sich selbst nachschärfender Matrix. Hohe Standzeit, geeignet für harte Materialien und großflächigen Abtrag. Für die Endqualität empfiehlt sich je nach Material ein abschließender Feinschliff.
Tipp: Achten Sie bei KARL DAHM auf die Badges der Produktseiten. Hinweise wie „Nur nass verwenden“ oder „Ohne Wasser verwenden!“ machen die Betriebsart auf einen Blick eindeutig. Das Badge „Produktvideo verfügbar“ führt zu Praxisdemonstrationen, die die Wahl weiter erleichtern.
Maschinen, Betriebsarten und Sicherheit – was zusammenpassen muss
- Winkelschleifer vs. Steintrennmaschine
- Winkelschleifer (115/125 mm): die Standardmaschine für Kantenbearbeitung, Fasen, Kantenbrechen und punktuellen Flächenschliff mit Topf-, Turbo- und Segment-Schleifern. Achten Sie auf passende Aufnahme (z. B. M14 bzw. 22,23 mm) und die zulässige Drehzahl Ihrer Scheibe.
- Steintrennmaschinen (z. B. KARL DAHM Super Cut sowie D14/D15/D20): primär für Trenn- und Formscheiben gedacht, jedoch prädestiniert für lange, gleichmäßige Fasen und definierte Kanten an Platten im Nassbetrieb. Nutzen Sie hierfür geeignete diamantbestückte Scheiben bzw. Kantenaggregate, die für Ihre Maschine freigegeben sind. Vorteil: geführter, reproduzierbarer Winkel, kühlender Wasserlauf und minimierte Staubemission.
- Trocken- vs. Nassbetrieb richtig interpretieren
- „Ohne Wasser verwenden!“: Trockenbetrieb. Unverzichtbar ist eine wirksame Staubabsaugung; arbeiten Sie mit sanftem Vorschub, damit die Bindung nicht thermisch überlastet. Pausen zum Abkühlen verlängern die Standzeit.
- „Nur nass verwenden“: Nassbetrieb. Konstante Wasserzufuhr kühlt Belag und Werkstück, verbessert Schnittbild und reduziert Staub nahezu auf Null. Perfekt für Naturstein und lange Fasen. Verwenden Sie ausschließlich Maschinen mit geeigneter Nassausrüstung (z. B. Super Cut, D-Serien).
- Universelle Scheiben: Viele gesinterte Beläge sind für trocken und nass geeignet. Prüfen Sie stets die Herstellerangaben.
- Staubmanagement und BG-Bau-Konformität
- Mineralischer Feinstaub ist gesundheitsschädlich. Setzen Sie beim Trockenschliff auf Absaugung direkt an der Quelle und einen leistungsfähigen Sauger, z. B. den iQ426HEPA. In Kombination mit passenden Absaughauben und staubarmen Arbeitsverfahren erleichtern Sie die Einhaltung BG-Bau-konformer Staubminderung.
- Organisieren Sie die Baustelle staubarm: staubdichtes Abhängen, Luftstrom vom Arbeitsbereich weg, regelmäßige Reinigung mit geeignetem Sauger statt Kehren.
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
- Schutzbrille/Visier und Gehörschutz
- Feinstaubmaske (mind. FFP2, besser FFP3) beim Trockenschliff
- Schnittfeste Handschuhe und enganliegende Arbeitskleidung
- Sicherheitsschuhe, bei Nassbetrieb zusätzlich rutschfeste Umgebung sicherstellen
- Prüfen Sie Ihre Schleifscheibe vor jedem Einsatz auf Beschädigungen; niemals beschädigte Scheiben verwenden.
Praxisleitfaden mit Checkliste: Kantenbrechen, Fasen, Plan schleifen, Kleber abtragen
- Allgemeine Grundsätze
- Maschine auf Scheiben- und Materialanforderung abstimmen, max. Drehzahl der Scheibe nicht überschreiten.
- Leicht schräger Anstellwinkel (ca. 5–15°) für Kantenarbeiten; beim Planschleifen parallel aufsetzen.
- Mit geringer Zustellung beginnen, nicht drücken – die Diamanten sollen schneiden, nicht reiben.
- Arbeitsbereich markieren und in überlappenden Bahnen gleichmäßig führen.
- Kantenbrechen an Feinsteinzeug
1) Kante säubern und markieren (0,5–1 mm Brechung).
2) Feinkörnigen Turbo-Schleifer oder vakuumgelötete Kantenscheibe verwenden.
3) Mit leichtem Winkel ansetzen, kurze Züge, gleichmäßiger Vorschub.
4) Kante zum Schluss mit leichterem Druck „polieren“; bei Bedarf mit feinerer Scheibe nacharbeiten.
5) Sichtprüfung: Keine Ausbrüche, homogene Fase – ansonsten zweiten leichten Durchgang. - Fase an Naturstein
1) Festlegen von Winkel und Breite (z. B. 2–3 mm bei Granit).
2) Nassbetrieb bevorzugen („Nur nass verwenden“ beachten), z. B. an der Super Cut.
3) Gesinterten Turbo-Schleifer für sauberes Schnittbild wählen.
4) Gleichmäßige Führung, Wasserfluss konstant halten, Kante entgraten.
5) Optional mit feinerer Scheibe die Kantenqualität erhöhen. - Planschleifen Estrich/Beton
1) Segment-Topfscheibe auf Winkelschleifer oder Bodenschleifer, Absaughaube montieren.
2) Trockenschliff nur mit Absaugung (z. B. iQ426HEPA) und PSA.
3) Überlappende Bahnen, kreuzweise arbeiten, auf gleichmäßigen Abtrag achten.
4) Für das Finish auf Turbo-Topfscheibe wechseln. - Kleber- und Spachtelreste abtragen
1) Grobe gesinterte Segment-Topfscheibe für schnellen Abtrag.
2) Flächig arbeiten, nicht punktuell „graben“.
3) Material abhängen und Staub absaugen; Ränder nachziehen.
4) Für empfindliche Untergründe aggressiven Belag vermeiden – lieber mehrere leichte Durchgänge. - Check vor dem Start
- Stimmt die Scheibe mit Material und Aufgabe überein?
- Trocken/Nass-Badge geprüft („Ohne Wasser verwenden!“ / „Nur nass verwenden“)?
- Maschine, Aufnahme, Drehzahl, Laufrichtung passend?
- Absaugung/Wasserzufuhr sichergestellt, PSA angelegt?
- Probeschnitt/Probeschliff auf Reststück gemacht?
Fehler vermeiden, Standzeit und Kosten pro m² optimieren
- Typische Fehler
- Falsche Betriebsart: Nassscheibe trocken gefahren (Überhitzung, Glasen) oder Trockenscheibe im Nassschnitt ohne Freischnitt.
- Zu hoher Anpressdruck: führt zu Hitze, Polieren der Diamanten, kürzerer Standzeit und schlechtem Schnittbild.
- Unpassende Bindung/Körnung: zu grob für Feinsteinzeug (Ausbrüche), zu fein für Estrich/Beton (langsamer Abtrag).
- Ohne Absaugung geschliffen: staubige Kante, verstopfte Bindung, Gesundheitsrisiko.
- Defekte oder verschlissene Scheiben weiterverwendet: erhöhtes Risiko, unruhiger Lauf, unsaubere Ergebnisse.
- Standzeit erhöhen
- Passende Bindung fürs Material: gesintert für harte, großflächige Aufgaben; vakuumgelötet für präzise Kanten.
- Thermik kontrollieren: Pausen im Trockenschliff, gleichmäßiger Wasserfluss im Nassbetrieb.
- Selbstschärfen zulassen: nicht drücken, die Scheibe arbeiten lassen; bei „gläserner“ Oberfläche kurz an abrasivem Material ansetzen, damit sich frische Diamanten öffnen.
- Richtige Drehzahl: nicht dauerhaft am oberen Limit, sondern konstant und materialgerecht.
- Maschinenführung: ruhig, schwingungsarm, überlappende Bahnen statt punktueller Belastung.
- Schnittbild verbessern
- Für Feinsteinzeug und Sichtkanten feinkörnige Turbo-Schleifer nutzen und den letzten Durchgang mit minimalem Vorschub fahren.
- Nass schleifen, wenn möglich: Kühlung und Spanabfuhr erhöhen die Oberflächengüte deutlich.
- Kanten „ziehen“, nicht „hebeln“ – keine ruckartigen Bewegungen.
- Kosten pro m² im Griff
- Kalkulation: Kosten pro m² = Scheibenpreis / erreichter Quadratmeterleistung. Eine Standzeitsteigerung um 20–30 % durch passende Belagwahl und richtige Führung senkt die Kosten deutlich.
- Qualität zahlt sich aus: „Made in Germany“-Scheiben aus dem KARL-DAHM-Programm punkten mit präziser Fertigung, hoher Laufruhe, sicheren Bindungen und reproduzierbarer Qualität – das reduziert Ausschuss, Nacharbeit und Ausfallzeiten.
- Servicevorteile: kurze Wege, Ersatzteil- und Reparaturservice, stabile Preise und schnelle Verfügbarkeit unterstützen Ihre Baustellenlogistik.
Hinweis: Auf den KARL-DAHM-Produktseiten finden Sie BG-Bau-Hinweise und das Badge „Produktvideo verfügbar“ – ideal, um die richtige Scheibe und die optimale Anwendung vorab live zu sehen.
Beschaffung, Service und Weiterbildung mit KARL DAHM
Seit 1956 unterstützt die KARL DAHM & Partner GmbH das professionelle Handwerk mit qualitätsgeprüften Werkzeugen, Eigenentwicklungen und praxisnahem Know-how. Für Ihren Schleifalltag bedeutet das: Sie erhalten robuste Diamant-Schleifscheiben und passende Maschinen – von Winkelschleifern-Zubehör bis zu Steintrennmaschinen wie Super Cut, D14/D15/D20 – aus einer Hand, ergänzt durch Staublösungen wie den iQ426HEPA.
- Einkaufs- und Lieferkomfort
- Bestellung, wie es zu Ihrem Betrieb passt: Onlineshop, Telefon, Fax, E‑Mail, Post, WhatsApp oder Abholung vor Ort in 83358 Seebruck.
- Keine Mindestbestellmenge, niedrige Frachtkosten, i. d. R. 2–3 Werktage Lieferzeit mit Sendungsverfolgung.
- Änderungen/Stornierungen sind bis zum Versand möglich.
- Zahlung per Kreditkarte, PayPal, Vorkasse oder auf Rechnung.
- Aktionsvorteile: zu jeder Bestellung ein Gratis-Cuttermesser; ab 250 € netto derzeit zusätzlich eine KARL-DAHM-Diamantscheibe (Ø115) – zeitlich/quantitativ begrenzt, online und im Ladengeschäft.
- Käuferschutz-Bewertung 4,79 „Sehr gut“ – für verlässliche Abwicklung und Service.
- Technische Beratung und Produktauswahl
- Persönliche Beratung für Fliesenleger, Pflasterer, Ofenbauer und Installateure – inklusive Auswahl der passenden Schleifscheibe für Feinsteinzeug, Naturstein, Estrich und Beton, Maschineneignung und Betriebsart.
- Viele Artikel sind mit Badges wie „Made in Germany“ gekennzeichnet; achten Sie zusätzlich auf „Nur nass verwenden“ bzw. „Ohne Wasser verwenden!“ für die sichere Anwendung.
- Wissenstransfer für Ihren Vorsprung
- Produktvideos: Sehen Sie die Schleifscheiben im Einsatz – von der Fase über das Kantenbrechen bis zum Flächenschliff.
- Akademie des Handwerks: Seminare mit Praxisstationen zu Trennen, Schleifen, Staubmanagement und BG-Bau-konformen Arbeitsverfahren. Ideal, um Schnittbild, Standzeit und Prozesssicherheit nachhaltig zu verbessern.
- Katalog, Newsletter und Social Media: aktuelle Neuheiten, Anwendungstipps und Best Practices direkt in Ihren Arbeitsalltag.
- „Made in Germany“ – Mehrwert im Einsatz
- Präzision und Laufruhe für bessere Kantenqualität
- Hohe Sicherheitsstandards und ergonomische Geometrien
- Langlebigkeit und reproduzierbare Ergebnisse für kalkulierbare Kosten pro m²
- Kurze Lieferketten, Reparatur-/Ersatzteilservice und stabile Preise
Wenn Sie Ihre Diamant-Schleifscheiben gezielt nach Material, Aufgabe und Betriebsart auswählen, mit der richtigen Maschine kombinieren und Staub sowie Sicherheit professionell managen, erzielen Sie perfekte Kanten und wirtschaftliche Flächenleistung. KARL DAHM unterstützt Sie dabei mit einem qualitätsgeprüften Sortiment, schneller Lieferung ohne Mindestbestellwert und praxisnahen Trainings – damit Ihre Baustelle reibungslos läuft und das Ergebnis überzeugt.
