Diamant-Schleifscheiben sind im professionellen Alltag unverzichtbar – ob beim Fliesenleger für das Kantenbrechen an Feinsteinzeug, beim Pflasterer für das Planieren von Betonflächen, beim Ofenbauer für den präzisen Schliff an Schamotte oder beim Installateur beim Entfernen von Kleber- und Beschichtungsresten. Damit Sie schnell, sauber und wirtschaftlich arbeiten, entscheidet die richtige Scheibenauswahl über Produktivität, Oberflächenbild und Standzeit.
- Bauformen und Anwendungsprofile:
- Topfschleifer, 1‑reihig: Sehr aggressiver Abtrag, ideal für grobe Vorarbeiten, das Egalisieren von Unebenheiten auf Beton/Estrich oder das schnelle Freilegen von Flächen. Liefert ein eher raues Oberflächenbild, geringfügig höhere Vibrationen möglich.
- Topfschleifer, 2‑reihig: Gleichmäßigerer Lauf, besser kontrollierbar, saubereres Schliffbild. Geeignet für das Nacharbeiten, Planfräsen und das Vorbereiten von Untergründen, wenn neben Abtrag auch eine homogenere Oberfläche gefragt ist.
- Turbo-Schleifscheiben: Geschlossene/segmentierte Turborand-Geometrie für einen schnellen, kontinuierlichen Abtrag mit vergleichsweise feinem Schliffbild. Universell auf mineralischen Werkstoffen; beliebt fürs Kantenbrechen und Anfasen an Fliesen, Platten und Naturstein.
- PKD-Varianten (Polykristalliner Diamant): Spezialisten für Beschichtungen, Kleber-, Spachtel- und Epoxidharzreste, Bitumen oder Farbschichten. PKD „schält“ Beschichtungen ab, ohne den mineralischen Untergrund so stark anzuschleifen. Nicht für Feinschliffe an Stein/Keramik gedacht.
- Bindung und Materialhärte:
- Weiche Bindung für harte Werkstoffe: Bei dichter, harter Keramik (Feinsteinzeug) oder Granit nutzt sich die Matrix langsamer ab. Eine weichere Bindung setzt die Diamanten rechtzeitig frei, beugt „Verglasen“ vor und hält die Scheibe scharf.
- Harte Bindung für weichere, abrasive Materialien: Bei Estrich, Kalksandstein oder Beton wirkt der Untergrund abrasiv. Eine härtere Bindung stabilisiert die Segmente, verhindert zu schnellen Verschleiß und verlängert die Standzeit.
- Praxistipp: Wenn die Scheibe rutscht/schmiert und kaum schneidet, ist oft die Bindung zu hart; wenn Segmente rasch verfallen, ist sie wahrscheinlich zu weich für den Untergrund.
- Körnung und gewünschtes Oberflächenbild:
- Grobe Körnung (z. B. Bereich 16/20–30/40): Maximaler Materialabtrag, sichtbare Schleifspuren. Ideal für das Egalisieren, Abtragsschliffe oder das schnelle Entfernen dicker Schichten.
- Mittlere Körnung (z. B. 40/50–60/80): Balance zwischen Abtrag und Oberflächenqualität; gut für universelle Baustelleneinsätze.
- Feine Körnung (z. B. 100/120+): Ruhiger Lauf, feines Schliffbild, geringerer Abtrag. Geeignet für Sichtkanten, Anfasungen und das Vorbereiten für nachfolgende Beschichtungen.
- Beachten Sie: Eine feinere Körnung reduziert die Gefahr von Ausbrüchen an Kanten, benötigt aber mehr Zeit.
- Durchmesser und Aufnahme:
- Übliche Ø: 115, 125, 180 und 230 mm. Kleinere Ø (115/125 mm) sind wendig für Detailarbeiten und Kanten; größere Ø (180/230 mm) liefern Fläche und planen effizienter, benötigen aber kräftigere Maschinen.
- Aufnahmen: 22,23 mm Bohrung für gängige Winkelschleifer oder M14-Gewinde (besonders bei Topfschleifern). Prüfen Sie die Kompatibilität Ihrer Maschine.
Mit dieser Matrix wählen Sie pragmatisch:
- Feinsteinzeug/Granit: Weiche Bindung, feiner bis mittlerer Schliff; Turbo-Scheibe für Kanten, 2‑reihiger Topf für plane Flächen.
- Beton/Estrich: Harte Bindung, grob bis mittel; 1‑reihiger Topf für massiven Abtrag, 2‑reihig für kontrollierten Planlauf.
- Kleber- und Beschichtungsreste: PKD-Scheibe/Topf; bei mineralischen Resten auch 2‑reihig mit harter Bindung.
- Sichtkanten/Naturstein: Turbo oder feinere Topfschleifer-Ausführung; geringe Vorschubkräfte, kleine Ø für Kontrolle.
Anwendung in der Praxis: Drehzahl, Nass/Trocken, Vorschub und Oberflächenqualität
- Drehzahl und Umfangsgeschwindigkeit:
- Halten Sie sich an die vom Hersteller auf der Scheibe angegebene Maximaldrehzahl. Eine zu hohe Drehzahl erhöht Hitze, Verschleiß und Bruchgefahr.
- Größere Ø benötigen für die gleiche Umfangsgeschwindigkeit niedrigere Drehzahlen als kleinere Ø. Nutzen Sie bei regelbaren Maschinen eine materialgerechte Drehzahl, insbesondere bei feinen Kanten und empfindlichen Materialien.
- Indikatoren für zu hohe Drehzahl/Hitze: Blaue Verfärbungen, Schmieren der Segmentoberflächen, Geruchsentwicklung.
- Nass- vs. Trockeneinsatz:
- Nassschliff reduziert Staub, kühlt und verbessert das Schliffbild; erfordert jedoch geeignete Maschinen und Wasserzufuhr. Achten Sie im KARL‑DAHM‑Shop auf die Badges „Nur nass verwenden“.
- Trockenschliff ist auf vielen Baustellen die schnelle Lösung. Nutzen Sie in diesem Fall Produkte mit dem Badge „Ohne Wasser verwenden!“ und eine wirksame Staubabsaugung (siehe Abschnitt Arbeitsschutz).
- Wichtig: Mischbetrieb vermeiden. Eine für Nassbetrieb ausgelegte Scheibe kann im Trockeneinsatz überhitzen; umgekehrt bringt Wasser beim reinen Trockentool keine Vorteile und kann zu Korrosion/Bindungsproblemen führen.
- Vorschub, Druck und Standzeit:
- Lassen Sie die Diamanten arbeiten. Moderater, gleichmäßiger Druck erhöht die Standzeit und das Schliffbild. Zu hoher Druck verglast die Segmente oder überhitzt die Bindung.
- Intermittierendes Arbeiten: Kurze Schleifintervalle, dazwischen die Scheibe an der Luft ausdrehen lassen. Das kühlt und verlängert die Standzeit.
- „Öffnen“ der Scheibe: Wenn der Schliff stumpf wirkt, kann kurzes Anfahren auf einem abrasiven Material (z. B. weicher Schleifstein/Betonrest) die Bindung freigeben und die Diamanten neu exponieren.
- Kantenbrechen und Anfasen:
- Für Feinsteinzeug-Fliesen hat sich eine Turbo-Schleifscheibe oder ein fein abgestimmter 2‑reihiger Topf bewährt. Führen Sie die Maschine mit flachem Anstellwinkel und geringer Drehzahl an. Ziel ist, ein gleichmäßiges, ausrissarmes Fasebild.
- Arbeiten Sie „vom Sichtbereich weg“, um eventuelle Ausbrüche außerhalb der später sichtbaren Kante zu halten. Bei Naturstein stets Probeschliff am Reststück.
- Kleberreste und Untergrundvorbereitung:
- Organische Reste (Dispersionskleber, Beschichtungen, Epoxi): PKD-Werkzeuge nutzen, mit moderatem Vorschub und ohne hohen Anpressdruck. Ziel ist das Schälprinzip, nicht das Tiefschleifen.
- Mineralische Kleberrippen auf Estrich/Beton: 1‑reihiger Topf für zügigen Abtrag oder 2‑reihig für kontrolliertes Planen; harte Bindung bevorzugt.
- Nach dem Grobabtrag Feinschliff mit mittlerer Körnung für haftfähige Oberflächen.
- Montage und Kontrolle:
- Prüfen Sie vor dem Einsatz Flansch, Spannmutter, Aufnahme (22,23 mm oder M14) und Laufrichtung. Die Scheibe muss plan aufliegen, ohne Schlag laufen und frei von Rissen/Abplatzungen sein.
- Unwucht vermeidet man durch saubere Auflageflächen und passende Flansche. Ein ruhiger Lauf schont Lager, Hände und die Scheibe selbst.
Arbeitsschutz, Staubmanagement und BG‑Bau‑Hinweise
- Persönliche Schutzausrüstung:
- Schutzbrille/Visier, Gehörschutz, schnittfeste Handschuhe und staubdichte Atemschutzmaske sind Standard. Bei Nassschliff zusätzlich auf Rutschhemmung und elektrische Sicherheit achten.
- Arbeitskleidung mit gutem Sitz reduziert Hängenbleiben; Sicherheitsschuhe verhindern Ausrutscher und schützen vor fallenden Werkstücken.
- Staubarmes Arbeiten in der Praxis:
- Verwenden Sie eine passende Absaughaube am Winkelschleifer oder der Bodenschleifmaschine und koppeln Sie diese an einen leistungsfähigen Sauger wie den iQ426HEPA. So reduzieren Sie Feinstaubbelastung deutlich, verbessern die Sicht und schonen Maschinen sowie Gesundheit.
- Führen Sie Schlitze und Kanten mit möglichst geschlossener Haube. Dichtlippen intakt halten; Saugschlauch knickfrei und kurz führen.
- Wenn stationäres Absaugen nicht möglich ist: Arbeitsumgebung abgrenzen, Querlüften, Staubquellen minimieren, Zwischensäuberungen einplanen.
- BG‑Bau‑Hinweise beachten:
- Setzen Sie staubarme Verfahren um, nutzen Sie geeignete Absaugsysteme und tragen Sie PSA. Prüfen Sie im KARL‑DAHM‑Shop die BG‑Bau‑Hinweise in den Produktdetails.
- Achten Sie auf vibrationsarme Werkzeuge und Pausenmanagement, um Hand‑Arm‑Belastungen zu reduzieren.
- Elektrische Sicherheit: Nur intakte, für die Baustelle geeignete Verlängerungen/Schutzschalter; bei Nassschliff stets FI‑Schutz und Spritzwasserschutz.
- Weitere Sicherheitstipps aus der Praxis:
- Nur unbeschädigte Scheiben einsetzen; Transport in Schutzverpackung, trocken lagern.
- Maschine erst ansetzen, wenn die Scheibe auf Drehzahl ist; nicht in Kurven „verkanten“.
- Funkenflug und Schleifstaub berücksichtigen: Umgebung freiräumen, brennbare Materialien abdecken, Funkenrichtung planen.
Produkte, Services und Mehrwert bei KARL DAHM
Als familiengeführter Spezialist seit 1956 steht KARL DAHM & Partner für qualitätsgeprüfte Profi-Werkzeuge und praxisnahe Lösungen. Im Bereich Diamantwerkzeuge finden Sie sowohl universelle Turbo- und Topfschleifscheiben als auch spezialisierte PKD-Varianten – inklusive „Made in Germany“-Optionen. Die Vorteile liegen auf der Hand: präzise Fertigung, hohe Sicherheitsstandards, ergonomische Formen, langlebige Bindungen, stabile Preise und kurze Lieferketten. Für verschleißintensiv genutzte Tools sind Ersatzteil- und Reparaturservice ebenso Teil des Angebots wie eine persönliche Beratung durch erfahrene Ansprechpartner.
- Orientierung und Wissenstransfer:
- Im Onlineshop sind viele Artikel mit hilfreichen Badges gekennzeichnet, etwa „Nur nass verwenden“ oder „Ohne Wasser verwenden!“, Hinweise der BG‑Bau sowie „Produktvideo verfügbar“. Diese Orientierung spart Zeit und verhindert Fehlanwendungen.
- In der „Akademie des Handwerks“ bieten wir Seminare mit hohem Praxisbezug – von Werkstoffkunde und Scheibenwahl über staubarmes Arbeiten bis zu Maschinentechnik. Das ist besonders wertvoll für 1‑Mann‑Betriebe und Teams, die Prozesse standardisieren und sicherer arbeiten möchten.
- Bestellung, Lieferung und Konditionen:
- Sie bestellen ohne Mindestbestellwert – bequem über Onlineshop, Telefon, Fax, E‑Mail, Post, WhatsApp oder zur Abholung vor Ort in Seebruck. Weltweiter Versand, i. d. R. in 2–3 Werktagen bei niedrigen Frachtkosten und mit Sendungsverfolgung.
- Änderungen oder Stornierungen sind bis zum Versand möglich. Bezahlen können Sie per Kreditkarte, PayPal, Vorkasse oder auf Rechnung.
- Reklamationen im Garantiezeitraum lösen wir unbürokratisch durch Reparatur, Austausch oder Rückerstattung. Für größere Abnahmen und Händler bieten wir flexible Konditionen und persönliche Betreuung.
- Aktuelle Aktion und Service-Extras:
- Zu jeder Bestellung erhalten Sie aktuell ein Gratis-Cuttermesser. Ab 250 € netto legen wir zusätzlich eine KARL‑DAHM‑Diamantscheibe Ø115 bei – zeitlich und mengenmäßig begrenzt, im Shop und im Ladengeschäft in Seebruck.
- Profitieren Sie von Katalog, Newsletter und unseren Social‑Media‑Infos, um Neuheiten, Praxisvideos und Schulungstermine frühzeitig zu sehen. Unsere Käuferschutz-Bewertung von 4,79 „Sehr gut“ unterstreicht die Zufriedenheit im Profi‑Umfeld.
- Passgenaue Auswahl für Ihre Gewerke:
- Fliesenleger: Feine Turbo‑Scheiben zum sauberen Kantenbrechen an Feinsteinzeug, 2‑reihige Topfschleifer für planeben vorbereitete Untergründe, PKD für Altbelagsreste.
- Pflasterer: Robuste 1‑/2‑reihige Topfschleifer mit harter Bindung für Beton- und Pflasterbett‑Korrekturen; größere Ø für Fläche.
- Ofenbauer: Fein abgestimmte Körnungen für Schamotte und Naturstein, kontrollierter Vorschub für Sichtbereiche.
- Installateure: PKD für Beschichtungen/Kleber, universelle Turbo-Lösungen für schnelle Anpassungen und Anfasungen auf der Baustelle.
Unser Anspruch ist, dass Sie mit der richtigen Scheibe am richtigen Werkzeug die bestmögliche Kombination aus Abtrag, Oberflächenqualität und Standzeit erzielen – sicher, reproduzierbar und wirtschaftlich. Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl zwischen 1‑/2‑reihigen Topfschleifern, Turbo- und PKD-Varianten oder der passenden Bindung/Körnung benötigen, steht Ihnen unser Team mit persönlicher Beratung zur Seite. Und falls Sie Ihre Prozesse weiter professionalisieren möchten, empfehlen wir Ihnen die Seminare der KARL‑DAHM‑Akademie des Handwerks – praxisnah, herstellerunabhängig und auf die Anforderungen von Fliesenlegern, Pflasterern, Ofenbauern und Installateuren zugeschnitten.
Damit ist der Weg frei für produktives Arbeiten: staubarm mit Absaughaube und iQ426HEPA, sicher im Sinne der BG‑Bau‑Hinweise, materialgerecht mit der passenden Bindung/Körnung – und mit einem Sortiment, das auf Langlebigkeit, Präzision und Service ausgelegt ist.
